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Die Mannschaft               Die Bilanz

 

Die Bilder

 

 

 

Die Geschichte
 
 
 
 
 

Es begab sich zu einer Zeit, als die Kneipenszene in Lichtenfels noch in Ordnung war.

Herbert Lewandoske, Gott hab ihn selig, betrieb eine kleine Eckkneipe am Säumarkt, die den klangvollen Namen "Pinkus" trug und ein beliebter Anlaufpunkt für diverse Persönlichkeiten des mehr oder weniger öffentlichen Lebens war. Und genau dort, am Tresen, beginnt die Geschichte der aktuellen Tennis-Herrenmannschaft des ESV Lichtenfels. 

Eines schönen Abends im Sommer 1999 fanden sich wieder einmal die üblichen Verdächtigen ein und es kam, wie es kommen mußte. Nach der abschließenden Besprechung der tagespolitischen Themen stellte man irgendwann fest, dass man doch tatsächlich das gleiche Hobby betreibt. (Wer genau an diesem Abend dabei war, bekomme ich leider nicht zusammen - liefer´ ich aber gerne nach, falls es tatsächlich noch jemand weiß!). 
 

Wenn mich mein altersschwaches Gehirn jedoch nicht täuscht, fand das entscheidende Gespräch aber u.a. zwischen meiner Wenigkeit und einem gewissen Herrn Aumüller statt.

So stellte man also, an eben jenem historischen Abend fest, dass man in seiner Freizeit ganz gerne auf gelbe Filzkugeln einschlägt, wenn man sich denn gerade mal nicht an o.g. Örtlichkeit aufhält. Und was dann zunächst als Schnapsidee geboren wurde, nahm noch am gleichen Abend konkrete Formen an. Aus "wir spielen bei Gelegenheit mal zusammen" wurde kurze Zeit später ein "wir gründen eine Mannschaft".

Nachdem das anfängliche Gelächter verstummte, war aus einer anderen Ecke bereits "na klar" zu hören und schon nahm das Ganze unaufhaltsam seinen Lauf. Die Liste derer, die schon mal einen Tennisschläger gesehen hatten war schnell lang genug, um damit ohne Weiteres das Vorhaben umzusetzen. Erschwerend kam hinzu, dass binnen relativ kurzer Zeit noch weitere hoffnungsvolle Talente angeworben werden konnten, die zu dieser Zeit noch gar nicht wußten, dass sie Selbiges besitzen. 

Das "Team Pinkus" war geboren.

Immer noch gefesselt von dieser glorreichen Idee, stand man jedoch kurze Zeit nach diesem Abend schon von dem ersten Problem.

Wir hatten zwar eine Mannschaft, aber keinen Platz, auf dem wir spielen konnten.

Nachdem die Option selbst einen Verein zu gründen und eine Anlage zu mieten relativ zeitnah wieder vom Tisch war und selber bauen nie wirklich zur Diskussion stand, war klar, dass wir einen Verein benötigen.

Die Liste von Tennisvereinen im Landkreis war zunächst erstaunlich lang, dezimierte sich jedoch innerhalb kurzer Zeit auf eine Hand voll - nämlich genau die, bei denen wir überhaupt spielen wollen würden.

Der einzige, der zu diesem Zeitpunkt aktiv in einem Verein Tennis spielte, war meine Wenigkeit.
Zufällig war eben dieser Verein – und hier schließt sich der Kreis – der ESV Lichtenfels, bei dem die zweite Mannschaft ohnehin kurz vor der Auflösung stand.

Noch vor dem Ende des Sommers 1999 war man sich einig, dass einerseits der Verein die Mannschaft in bestehender Form gerne nehmen würde und andererseits das „Team Pinkus“ die zweite Mannschaft des ESV Lichtenfels übernehmen möchte. 

Es war vollbracht! „Team Pinkus“ tritt ab der Saison 2000 als ESV Lichtenfels II an.
 

  
Die erste Saison
 
 

Aufgrund eben genannter Umstände – freundliche Übernahme einer bereits bestehenden Mannschaft – mußten wir, sehr zu unserem Leidwesen, wie sich im Nachhinein herausstellte, in der K2 an den Start und durften nicht in der K3 spielen, wo wir eigentlich hin gehört hätten.

Am 07.05.2000 kam es dann zum sehnlichst erwarteten Debüt. Unser erster Gegner hieß Neuenmarkt und hatte Heimrecht. Hoch motiviert angetreten, wurden wir dort mit einem 1 : 8 in der K2 willkommen geheißen und wieder nach Hause geschickt. Von Welpenschutz hatte dort scheinbar noch niemand etwas gehört.

Mit der ersten Klatsche im Gepäck durften wir dann genau eine Woche später wieder auswärts ran. Baur SV Burgkunstadt. Eigentlich ein sehr klangvoller Name im Landkreis. Wenige Jahre zuvor hätte man selbst nach deren siebter Mannschaft in diesen unteren Gefilden der Tennisligen lange suchen müssen und wir hatten es nun mit Baur II zu tun. Dafür, dass es auf dem Papier faktisch überhaupt nichts zu ernten gab, haben wir uns aber sehr tapfer geschlagen. 4 : 4 nach den Einzeln und zwei gespielten Doppeln. Ein gewisser Herr Heller hatte zu diesem Zeitpunkt ganz nebenbei bereits für die erste Kuriosität gesorgt. Die Entscheidung allerdings musste im dritten und letzten Doppel fallen, das als Skandalspiel in unsere Geschichte eingehen sollte, nachdem die Entscheidung bei einem entscheidenden Ball durch die heimischen Zuschauer gefällt wurde. Ich würde noch heute behaupten, dass der Ball aus war – schließlich stand ich daneben – aber der Punkt ging, wie wenig später auch das ganze Spiel und der Gesamtsieg, an den Gegner. 4 : 5 und wir waren somit irgendwie um unseren ersten Sieg betrogen.

Wiederum eine Woche später, also am 21.05.2000, war die Zeit dann endlich reif für unsere Heimspiel-Premiere. Zu Gast war an diesem Tag die Mannschaft des TSV Himmelkron, die bedauerlicherweise nicht das geringste Interesse daran hatte uns unseren ersten Heimauftritt zu versüßen und sich auch von der Vielzahl unserer anwesenden Fans nicht beeindrucken ließ. 2 : 7 lautete am Ende das doch eher deutliche Ergebnis.

Einen weiteren Sonntag später hatte Siemens Redwitz das zweifelhafte Vergnügen uns als Gäste zu empfangen. Wie sich noch während der Einzelrunden herausstellte waren die Gastgeber nicht im Geringsten auf uns vorbereitet, denn die Biervorräte waren alle. Zu unserer Entschuldigung sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass aufgrund der Nähe auch einige Fans mit anreisten und wir ohnehin schon genug Ersatzleute mit hatten, dass die halbe Mannschaft hätte ausfallen können.  Zahlenmäßig waren wir zu jeder Zeit haushoch überlegen. Aber eben auch nur außerhalb des Platzes. Auf dem Platz jagte ein Debakel das andere. Mit den Spielen waren wir an diesem Tag erstaunlich schnell fertig. 9 : 0 hieß es am Ende. Selbst der Versuch vom Szloty in Sachen Tennismode neue Maßstäbe zu setzen ging daneben. Propellermützen konnten sich bis heute einfach nicht durchsetzen.

Wie es der Zufall so wollte wurde uns zum Ende nochmal ein Heimspiel beschert, was ebenfalls zufälligerweise auf den Herrentag fiel. Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Saisonabschluss. Unser Gast hieß TC Untersiemau. Leider ließ sich auch dieser Gegner von der imposanten Zuschauerzahl nur wenig beeindrucken und so hieß es am Ende nochmal 4 : 5. Diesmal allerdings zu recht. Doch auch die fünfte Niederlage im fünften Spiel und der damit besiegelte Abstieg konnte uns nicht davon abhalten unsere erste gemeinsame Saison auf der heimischen Anlage gebührend ausklingen zu lassen; mit der gewonnenen Erkenntnis, dass Lehrjahre tatsächliche keine Herrenjahre sind.

Unbedingt anzumerken ist an dieser Stelle, dass durch unsere Euphorie im Anschluss an diese Saison auch eine
Damenmannschaft ins Leben gerufen wurde, die erste und einzige, die die Tennisabteilung des ESV jemals hatte.

Noch während der ersten Saison verstarb auch der Chef unserer so geliebten Kneipe.

 
 
 
 Die zweite Saison
 
 

Mit dem sicheren Wissen, dass ein weiterer Abstieg ausgeschlossen war – weiter nach unten geht es in Oberfranken nicht – konnten wir frohen Mutes und mit dem Ziel vor Augen uns diesmal teurer zu verkaufen in die neue Saison starten.

Wie schon im Vorjahr startete die Saison für uns mit einem Auswärtsspiel. Gastgeber diesmal, TC Küps II. Nach den Einzeln lagen wir zu unserer eigenen Überraschung mit 4 : 2 in Führung. Aus den abschließenden Doppeln benötigten wir demnach nur noch einen Punkt. Nachdem wir auch diesmal wieder mit neun Leuten angereist waren, sollten natürlich auch die aufstrebenden Tennishoffnungen unserer Mannschaft zum Einsatz kommen. Die Doppel wurden also bunt gemischt und es kam, wie es kommen musste – alle drei Doppel gingen verloren. 4 : 5 am Ende. Gott lob hat sich die zweite Mannschaft des TC Küps noch während der laufenden Saison aufgelöst, so dass am Ende das Spiel mit 9 : 0 an uns ging, denn sonst müsste ich mir das, als damals verantwortlicher Mannschaftsführer, wohl heute noch auf´s Brot schmieren lassen.

Am zweiten Spieltag war wieder Siemens Redwitz unser Gastgeber, offenbar durch uns inspiriert, neuerdings auch mit einer zweiten Mannschaft am Start. Dieses Mal war man auch besser vorbereitet und der Biervorrat hielt. Auf dem Platz gestalteten sich die Spiele deutlich ausgeglichener, auch wenn am Ende der Sieger wieder Siemens Redwitz hieß, mit 6 : 3 aber schon deutlich knapper.

Am 24.05.2006, wieder Herrentag, hatten wir unser erstes Heimspiel in der K3. Zu Gast bei uns an jenem Tag, Baur SV Burgkunstadt II. Eben jene Mannschaft, bei der es im Vorjahr beinahe zum Eklat gekommen wäre. Offenbar haben ihnen die beiden erschlichenen Punkte auch nichts genutzt und sie sind ebenfalls abgestiegen. Die erste Genugtuung hatten wir also schon, als die Spielpläne bekannt waren, noch bevor die Saison überhaupt eröffnet war und wir wussten, dass die auch abgestiegen waren. Und nun hatten wir sie bei uns zu Gast. Am Herrentag. Wie immer eine imposante Zuschauerzahl, reichlich Bier, prima Wetter, gute Stimmung und motiviert werden musste an diesem Tag ohnehin niemand mehr. Es war angerichtet! Am Ende hieß es tatsächlich 7 : 2 für uns und es war vollbracht. Nicht nur, dass wir erfolgreich Revanche genommen hatten, sondern auch unser erster Sieg überhaupt. Unnötig zu erwähnen, was sich im Anschluß auf heimischer Anlage noch abspielte!

Nächster Gegner, exakt einen Monat nach unserem bis dato größten Erfolg, empfingen wir TC Memmelsdorf 4 bei uns. Die Vorzeichen waren erneut gut. Mit immer noch stolz geschwellter Brust traten wir also gegen eine vierte Mannschaft an. Eigentlich konnte es sich dabei, nach einhelliger Meinung, nur um einen „Trümmerhaufen“ handeln, noch dazu, da sie mit ausschließlich Niederlagen im Gepäck anreisten. Was wir bei diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Die Vierte war eine Mannschaft, die ausschließlich aus Studenten der Uni Bamberg bestand und ebenso wie wir zwei Jahre zuvor einen Verein brauchte und diesen in Memmelsdorf fanden. Der große Unterschied zu uns war dabei allerdings, dass die alle Tennis spielen konnten. Dementsprechend fingen wir uns also eine ein und wurden mit einem 3 : 6 wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Von wegen „Trümmerhaufen“ - Lernen durch Schmerz!!!

Auch das fünfte und letzte Spiel der Saison war für uns ein Heimspiel. Diesmal zu Gast: TSV Ebensfeld 3. Nachdem es in der Woche zuvor gegen eine Vierte Haue gab, war nicht ganz klar, was uns wohl diesmal bevor stand. Immerhin gab es in der Nähe keine Uni – nicht mal eine FH. Aber man war vorsichtig geworden. Bei erneut besten Rahmenbedingungen nahm der Spieltag dann aber insgesamt einen doch eher unerwarteten Verlauf. 6 : 0 schon nach den Einzeln, der Sieg war unser und Kinley hatte sich bereits seine Weizendusche abgeholt. Blieben die Doppel, bei denen wir noch nie so richtig etwas geerntet hatten. Doch auch die Doppel gingen allesamt an uns. 9 : 0!!! Was für ein Saisonabschluß!

In der Abschlusstabelle belegt wir mit zwei Siegen und dem nachträglichen walk-over gegen Küps den zweiten Platz. Ob das zum direkten Wiederaufstieg gereicht hätte werden wir wohl nie erfahren, denn wie sich später herausstellen sollte, wurde in der folgenden Saison die K3 komplett aufgelöst.

 

Die dritte Saison
 
 
Nach unserem Aufstieg, berechtigt oder zwangsweise, fanden wir uns im Jahr 2002 also in der K2 wieder. Mit den Erfolgen des Vorjahres und dem sicheren Wissen, dass wir diesmal auf keinen Fall absteigen können, weil wir uns weiterhin in der niedrigsten Spielklasse tummelten ging es diesmal vergleichsweise spät los. Erster Spieltag war am ersten Juni-Sonntag.
 
Wieder einmal starteten wir auswärts. Gastgeber war TC Sonnefeld II. Auch dieses Spiel sollte als Skandalspiel in unsere Geschichte eingehen. Nach der ersten Einzelrunde, 2, 4 und 6 hatten gespielt, lagen wir mit 1 : 2 zurück. Somit war es nun also an der Zeit für die Spieler 1, 3 und 5. Soweit nichts Besonderes. Allerdings lag die Nr. 3 unserer Gastgeber zu diesem Zeitpunkt offenbar immer noch unpässlich im Bett und machte auch nach diversen Anrufen keinerlei Anstalten noch zu erscheinen, was zur Folge hatte, dass die Aufstellung von Sonnefeld ins Wanken geriet. Unter diesen Umständen hätte die Nr. 4 nämlich an 3 spielen müssen, die 5 an 4 und so weiter. Das sechste Einzel wäre dann an uns gegangen. Nun war diese imaginäre Nr. 3 aber im Spielbericht eingetragen, was uns dazu veranlasste, dieses und sämtliche nachfolgenden Einzel für uns zu beanspruchen. Mit unserem Sieg im 2er-Einzel und den Punkten von 3 bis 6 waren wir mit 5 : 1 uneinholbar in Führung. Erwartungsgemäß stießen wir damit auf wenig Gegenliebe. Was sich dann allerdings in Sonnefeld abspielte, spottet jeder Beschreibung. Einzelheiten dazu erspare ich mir an dieser Stelle. Es führte allerdings dazu, dass wir anschließend in keiner Weise zu irgendwelchen Kompromissen bereit waren. Erstaunlicherweise haben wir es trotzdem noch geschafft die Doppel zu spielen, nachdem von Vereinsseite unseren Gastgebern gut zugeredet wurde. Die Doppel gingen allesamt an den Gegner, was uns zu diesem Zeitpunkt allerdings relativ egal war. Witzigerweise beanspruchte Sonnefeld weiterhin den Sieg für sich. Somit ging die Angelegenheit an den BTV, der das Spiel nachträglich am grünen Tisch mit 5 : 4 für uns wertete. Der etwas andere Saisonauftakt!
 
Am zweiten Spieltag hatten wir Heimrecht und empfingen TV Mitwitz 2 auf unserer Anlage. Im Vergleich zur Vorwoche gibt es hierzu allerdings wenig zu berichten. 2 : 4 nach den Einzeln und wir mit unserer sagenhaften Doppelstärke. Obwohl die Hoffnung auch an diesem Spieltag zuletzt starb, lautete das Ergebnis am Ende 3 : 6.
 

Einen weiteren Sonntag später fuhren wir zum Auswärtsspiel beim TC Michelau 2, was für einen Teil der Mannschaft in gewisser Weise ein Heimspiel bedeutete. Doch trotz dieses Umstands gab es dort für uns auf dem Platz überhaupt nichts zu ernten. 2 : 4 nach den Einzeln in Verbindung mit unseren Doppelkünsten ließ auch diesmal nichts Gutes erwarten. Folgerichtig wurden wir mit 7 : 2 abgefertigt. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle unbedingt unser Gastgeber. Auch wenn sie uns auf dem Platz nicht das Schwarze unter den Nägeln gönnten, haben sie uns danach allerdings ein Essen aufgetischt, das, weiß Gott, bis heute seines gleichen sucht. Kein Wunder, dass wir die Anlage erst nach dem WM-Spiel Irland – Schweden verlassen haben.

 
Zwei Wochen später war es dann an der Zeit für das erste richtige Lokalderby. Wir empfingen den Tennispark Lichtenfels bei uns. Allerdings mussten wir, eines Derbys eigentlich unwürdig, ungewohnt ersatzgeschwächt antreten und es kam, wie es kommen musste. Schon nach den Einzeln war klar, dass nichts mehr zu retten ist und am Ende ging das Spiel mit 2 : 7 verloren. Doch auch ohne Gesamterfolg ging dieses Spiel trotzdem in die Historie ein, denn der Matz kam im Doppel dank eines Dreisatzerfolges im zweiten Doppel zu seinem ersten Sieg.
 
Im fröhlichen Wechsel zwischen Heim- und Auswärtsspielen mussten wir Anfang Juli beim ungeschlagenen Klassenprimus antreten. Der TC Weidhausen empfing uns auf seiner, gar nicht mal so einfach zu findenden, Anlage. Und wenn es bei manchen Spielen zu vor schon nichts zu gewinnen gab, war diesmal wirklich überhaupt nichts zu holen. Man gönnte uns insgesamt gerade einmal 29 Spiele; gar nicht mal so viel, wenn man bedenkt, dass der Kinley dabei sogar einen ganzen Satz gewonnen hat. 9 : 0 am Ende, genauso deutlich wie es das Ergebnis vermuten lässt.
 
Unser sechster und damit letzter Spieltag fand dann wieder auf unserer Anlage statt. Unser Gegner war, zum dritten Mal im dritten Jahr, Siemens Redwitz. Auch in dieser Saison die zweite Mannschaft. Nach der Auswärtsschlappe im Jahr zuvor war hier ebenfalls noch eine Rechnung offen, die wir gerne beglichen hätten. Nach teilweise sehr umkämpften Einzeln hieß es nach zwei Runden aber trotzdem 2 : 4. Natürlich konnten wir auch diesmal nicht alle drei Doppel gewinnen und unsere Gäste nahmen die Punkte nach einem 6 : 3 – Erfolg mit nach Hause.
 
In der Saisonabschlusstabelle bedeutete das für uns Platz 7. Aber absteigen ging bekanntermaßen in dieser Saison nicht. Somit konnten wir also erstmals einen Klassenerhalt feiern.
 
 
 
Die vierte Saison
 
 
Im Jahr 2003 fanden wir uns folglich in der gleichen Spielklasse wieder, in der wir die vorherige Saison beendet hatten. Auch irgendwie Neuland für uns. Definiertes Saisonziel war ganz klar diesmal nicht den letzten Platz in der untersten aller möglichen Spielklassen zu belegen. So schlecht sind wir nun auch wieder nicht.
 
Zum Saisonauftakt erwartete uns, wie sollte es auch anders sein, ein Auswärtsspiel. Unser Gastgeber war SC Weismain 2. In Bestbesetzung angetreten, lagen wir nach den Einzeln 4 : 2 in Führung und wir befanden uns in der komfortablen Situation ausnahmsweise mal nur ein Doppel gewinnen zu müssen. Doch auch das ging bekanntlich 2001 schon einmal schief. Allen Flüchen und schlechten Omen zum Trotz konnten wir tatsächlich zwei der drei Doppel gewinnen, die allesamt über drei Sätze gingen. Sehr spannend mit dem guten Ende für uns. 6 : 3! Auswärtssieg! Nach dem Zirkus in Sonnefeld unser erster richtiger.
 
Der zweite Spieltag war für uns ein Heimspiel, zu dem wir SV Burghaig 2 zu Gast hatten. Unsere Erfolgsserie, die in der vorausgegangenen Woche mit dem ersten Auswärtserfolg begann, setzte sich nahtlos fort. Bereits nach den Einzeln lagen wir mit 5 : 1 uneinholbar vorne. Eben jene Einzelergebnisse waren auch ein Fall für das Kuriositätenkabinett. Alle fünf siegreichen Einzel wurden mit 6:4 im zweiten Satz gewonnen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass auch die Einzel 2, 4, 5 und 6 im ersten Satz mit 6:3 an uns gingen. 6:3 6:4 war also das Einzelergebnis des Spieltags. Einzig meine Wenigkeit (6:2 im Ersten) und der Dixen (über das Ergebnis reden wir nicht – irgendwie muss das 5:1 ja zustande gekommen sein) fielen aus der Reihe. Natürlich fanden auch die Doppel noch stand, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollen. Gewonnen haben wir aber keins davon. 5 : 4 schließlich das Ergebnis für uns.
 
Der dritte Spieltag war dann abermals ein Premierenspieltag. Zum ersten Mal in der Geschichte unserer Mannschaft hatten wir einen Ersatzspieler an Bord, der nicht zum eigentlichen „Team Pinkus“ gehörte, der damit als erster Helfer in unsere Historie einging. Tennis gespielt wurde an dem Tag natürlich auch. Und zwar beim TC Kasendorf. Nach den Einzeln stand es 4 : 2 für unsere Gegner, nachdem FaKe kurz zuvor denkbar knapp an seinem ersten Einzelsieg vorbei geschrammt ist. Drei Doppel konnten wir auch an diesem Tag nicht gewinnen. Kasendorf gewann mit 5 : 4.
  
Der nächste Spieltag fand dann wieder am Herrentag statt und natürlich hatten wir auch diesmal Heimrecht. VfR Katschenreuth war unser Gast. Auf den ersten Helfereinsatz im Spiel zuvor folgte sogleich der Zweite, da erneut zwei von drei Aumis ausfielen. Nach den Einzeln lagen wir wieder einmal beinahe aussichtslos mit 4 : 2 zurück. Die abschließenden Doppel gingen allesamt glatt an die Gäste. Mit 2 : 7 gab es die zweite Saisonniederlage.
 
Auch unser fünfter Spieltag fand auf heimischer Anlage statt. Gastmannschaft war an diesem Tag TC Hollfeld 2. Aussichtsloser 5 : 1 – Rückstand nach den Einzeln, wobei in vier der fünf verlorenen Einzeln jeweils ein Satz zu null oder zu eins an die Gäste ging, und erneut drei verlorene Doppel – zwei davon wie schon die vier Einzel - führten zu einem insgesamt sehr deutlichen Endergebnis. 1 : 8!
 
Am letzten Spieltag hätte es eigentlich zur Wiederholung des Lokalderbys kommen sollen. Wir wären normalerweise zu Gast beim Tennispark Lichtenfels gewesen. Allerdings fand dieses Spiel gar nicht erst statt, da die Mannschaft noch in der laufenden Saison aufgelöst und zurück gezogen wurde. Somit war es für uns das zweite walk-over überhaupt und unter dem Strich ein spielloser 9 : 0 -Erfolg.
 
Nach der Saison 2003 standen wir demnach mit unserem bislang Ergebnis der K2 da. 6 : 6 Punkte aus sechs Spielen und insgesamt Platz 5. Entweder wurden wir tatsächlich besser oder unsere Gegner schlechter. Wie dem auch sei, die Ansprüche stiegen.
 
 
 
Die fünfte Saison
 
 
Absteigen konnten wir ja nun auch diesmal wieder nicht. Nach der vorherigen Saison entbehrte eine Diskussion darüber aber auch jeder Grundlage und so war unser Blick natürlich auf die obere Hälfte der Tabelle gerichtet.
 
Saisonauftakt war 2004 erstaunlicherweise einmal nicht auf auswärtigem Terrain, sondern auf der heimischen Anlage. Zu Gast am ersten Spieltag war der TC Reckendorf. Gleich bei diesem ersten Spiel fielen Großteile der eigentlichen Mannschaft aus, was uns allerdings noch durch die ganze Saison verfolgen sollte. Zum ersten Spiel also gleich wieder eine Premiere. Zwei Helfer im Team. Nach den Einzeln war an diesem Tag noch alles offen. 3:3. Demnach mussten also die Doppel die Entscheidung bringen und wir benötigten zwei Siege aus den drei noch ausstehenden Doppeln. Bei unserer mittlerweile schon legendären Doppelstärke eine schier unlösbare Aufgabe. Doch es kam unerwartet anders und das 1er und 2er Doppel machten unseren Saisonauftaktsieg perfekt. Die Sensation blieb leider aus, da das dritte Doppel knapp in drei Sätzen unterlag. 5 : 4 das Resultat des Auftaktsieges.
 
Jetzt, wo wir wussten, dass wir tatsächlich auch Doppel gewinnen können, wenn es noch drauf an kommt, mussten wir am zweiten Spieltag bei SV Dörfleins 2 antreten. Und wir sollten unsere neue Doppelstärke eher wieder benötigen, als uns allen lieb war. Wieder stand es 3:3 nach den Einzeln (nach einem sehr kuriosen Ergebnis vom Heller und einem 7:6 meinerseits im dritten Satz) und wieder brauchten wir also zum gewinnen zwei Doppel und tatsächlich Sollte sich unsere Doppelerfolgsstory fortsetzen. Doppel zwei und drei machten den Sieg diesmal perfekt. Wieder hieß das Ergebnis 5 : 4 für uns.
 
Erneut ersatzgeschwächt mussten wir dann, wieder mit zwei Helfern an Bord, bei TSC Bamberg 2 antreten. Nachdem einer unserer o.g. Helfer durch sein Einzelergebnis hindurch schauen konnte und auch manch anderes Einzel nicht gerade von Erfolg gekrönt war, stand es nach zwei Runden 4 : 2 für Bamberg. Diesmal mussten also drei Doppel her. Zeit Mannschaftsgeschichte zu schreiben. Das Wunder von Bamberg blieb allerdings aus und zwei der Doppel gingen an die Gastgeber. Somit hieß das Endergebnis 3 : 6 und wir mussten mit der ersten Saisonniederlage im Gepäck den Heimweg antreten.
 
Der vierte Spieltag führte uns dann, ausnahmsweise an einem Samstag, zu TSV Ebensfeld 2, die bekanntermaßen mit uns noch eine Rechnung offen und diesmal Heimrecht hatten, auch wenn es sich 2002 um deren dritte Mannschaft handelte. Doch trotz aller Umstände und möglicher Revanchegelüste schienen wir an diesem Tag nicht zu schlagen zu sein und bereits nach den Einzeln deutete sich eine Wiederholung unseres Erfolgs an. 6:0 nach den Einzeln und auch in den Doppeln blieben wir ungeschlagen. Wieder ein Novum für unsere Mannschaft. Der erste 9 : 0 - Erfolg auswärts. Wir bleiben an dem Tag sogar ohne Satzverlust.
 
Der letzte Spieltag führte uns dann zum SV Tütschengereuth, dem bis dato ungeschlagenen Tabellenführer und zum vierten Mal in dieser Saison gingen wir mit zwei Helfern an den Start. Nach teils sehr umkämpften Einzeln hieß es nach zwei gespielten Runden 4:2 für den Gastgeber. Wieder einmal waren drei Doppel zum Sieg notwendig. Zwar sollte auch an diesem Spieltag noch Geschichte geschrieben werden, diesmal allerdings außerhalb des Platzes, nachdem Dixen und Günzi ihren Doppelerfolg mit einer legendären Weizenattacke zelebrierten. Der Gesamterfolg bleib uns dennoch verwährt, da es nur in zwei Doppelsiegen reichte. Das dritte Doppel unterlag in drei Sätzen und damit bleiben die Punkte in Tütschengereuth. 4 : 5 am Ende.

In der Abschlusstabelle belegten wir in der Saison 2004 mit 6:4 Punkten den dritten Platz und zum ersten Mal hatten wir in der K2 mehr Punkte eingesammelt als abgegeben. Sämtliche Bilanzen der Mannschaft waren am Saisonende positiv.
 
 
 
Die sechste Saison
 
 
ESV Lichtenfels 2 war Geschichte. Mit Beginn der Saison 2005 haben wir die erste Mannschaft übernommen, nachdem sich diese Ende 2004 aufgelöst hatte. Und weil wir ja nun ESV Lichtenfels I waren, mussten auch die Ansprüche neu definiert werden. Nachdem wir uns in den abgelaufenen Spielzeiten konstant in der Tabelle verbessert hatten, war es nun tatsächlich einmal an der Zeit an die Tabellenspitze zu schielen. Abgesehen davon befanden wir uns ja nach wie vor in der niedrigsten Klasse und konnten keinesfalls absteigen. Um dem Ziel Tabellenspitze ein kleines Stückchen näher zu kommen, wurde zu Saisonbeginn erstmals ein Trainingslager abgehalten. Ort dieses sportlich wertvollen Ereignisses, immerhin haben wir sogar Tennisklamotten mitgenommen, war im April ´05 das Rhön Park Hotel. Die komplette Mannschaft, mit einer einzigen Ausnahme, nahm daran teil. Außerdem stießen Jochen und Woddy, beide Überbleibsel der ehemaligen Ersten, zu Saisonbeginn zu uns.
 
Der erste Spieltag führte uns dann, getreu mittlerweile alter Tradition (2004 muss wohl ein Versehen gewesen sein), wieder in die Ferne. Unser Gastgeber beim ersten Spiel 2005 war die SpVgg Eicha. Alle Einzel gingen in zwei Sätzen zu Ende und nach den ersten beiden Runden stand es 3:3. Wieder einmal benötigten wir zwei von drei Doppeln und alles drehte sich um die unausgesprochene Frage, ob wir unsere neu gewonnene Doppelstärke wohl in die neue Saison retten konnten. Das zweite Doppel ging relativ deutlich an die Gastgeber, während die anderen Beiden über die volle Distanz gingen. Das Trainingslager schien sich, wie auch immer geartet, tatsächlich auszuzahlen und die dritten Sätze gingen an uns. 5 : 4. Wieder ein Auftaktsieg.
 
Eine Woche später empfingen wir TC Michelau 2 auf unserer Anlage. Die Einzel gestalteten sich äußerst spannend, da drei davon über drei Sätze gingen, wobei wir in allen drei Fällen die Oberhand behielten. Insgesamt stand es nach den Einzelrunden 4 : 2 für uns. Ein mickriges Doppel war also noch zum zweiten Saisonsieg notwendig. Nach den Erfolgen in den letzten Spielen sollte das eigentlich kein ernst zu nehmendes Problem sein, doch es wurde knapper als erwartet. Dennoch holte das 1er-Doppel den fünften Punkt. Wieder 5:4 für uns, wenngleich unsere Gäste sowohl mehr Sätze als auch mehr Spiele gewannen. Trotzdem blieben die Punkte bei uns.
 
Wiederum eine Woche später das zweite Heimspiel. Diesmal zu Gast TV Weidhausen 2. An diesem Spieltag sollte ich mein persönliches Waterloo erleben. 3 Sätze, dreimal 6:1 und am Ende verloren. Spekulationen über was wäre wenn ich am Tag zuvor eins weniger getrunken hätte erübrigen sich an dieser Stelle. Allerdings sind auch zwei andere Einzelergebnisse erwähnenswert, da es zweimal einen glatten Durchschuss gab, leider nicht zu unseren Gunsten. Nach sechs gespielten Einzeln hieß es jedenfalls 2 : 4. Mein Punkt hätte uns das Leben denkbar erleichtern können. So allerdings brauchten wir mal wieder drei Doppel. Und als ob ich nicht schon hätte genug leiden müssen, gingen alle drei Doppel über drei Sätze. Eins davon ging 7:6 im entscheidenden Satz verloren, wobei ich wette, dass sie gewonnen hätten, wenn das der entscheidende Punkt gewesen wäre. War es aber nicht, Ein Doppel für uns, zwei für den Gegner und 3 : 6 als Endergebnis. Ärgerlich, weil mehr drin war.
 
Einmal geschüttelt ging es am Samstag darauf zu TSV Ebensfeld 2, unsere 9 : 0 – Freunde. Natürlich kam es auch diesmal wieder anders als gedacht. Vier Einzel über drei Sätze, aber das können wir ja. Demzufolge gingen auch drei davon an uns. Allerdings waren das auch die einzigen Einzelpunkte. 3 : 3 nach zwei Runden und wieder einmal waren 2 aus 3 Doppeln nötig. Am Ende sollte es auch klappen. Ein weiteres 5 : 4 und der Gegner hatte schon wieder mehr Spiele gewonnen.

Unser letztes Spiel war nochmal ein Heimspiel, zu dem wir SC Sylvia Ebersdorf begrüßen durften. Die Einzel verliefen diesmal zur Abwechslung relativ glatt. Allesamt Zwei-Satz-Erfolge und es hieß 4 : 2 für uns vor den abschließenden Doppeln. Obwohl die Entscheidung eigentlich noch nicht gefallen war, wurden die Ergebnisse lediglich ausdiskutiert. Gespielt wurde nicht mehr. Unsere Gäste fügten sich freiwillig in ihr Schicksal. Das Endergebnis lautete somit 7 : 2.

In der Abschlusstabelle belegten wir Punktgleich mit dem Ersten, aber mit der schlechteren Satz- und Spielbilanz den zweiten Platz. Da war sie wieder, die Frage nach dem was wäre gewesen, wenn ich …

Dennoch war die Saison 2005 für uns die Beste, die wir je gespielt haben.

  
 
 
Die siebte Saison
 
 
Das Trainingslager im Vorjahr hatte sich offensichtlich bewährt. Daher stand es auch zu keiner Zeit zur Diskussion, dass die gesamte Mannschaft, mit einer Ausnahme, im April wieder in die Rhön fuhr. Zudem hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits festgestellt, dass wir aus Versehen aufgestiegen waren. Platz 2 reichte offenbar aus und wir fanden uns in der Kreisklasse 1 wieder. Beflügelt durch diesen überraschenden Erfolg wurde sogleich das „Projekt 2. Bundesliga“ ins Leben gerufen. Unterstrichen wurden alle Ambitionen durch die sensationelle Neuverpflichtung vom Wecker.
 
Neue Liga, neue Sitten. Die Saison 2006 begann mit einem Heimspiel. Unsere Gäste waren „alte Bekannte“, Siemens Redwitz 2. Sportlich gesehen gab es hier noch reichlich offene Rechnungen. Wenn es so etwas für uns überhaupt geben sollte, dann verdient Redwitz die Bezeichnung Angstgegner. Nach den Einzeln schien es auch diesmal dabei zu bleiben, Redwitz ist für uns nicht zu schlagen. 2 : 4 nach den ersten beiden Runden. Wieder drei siegreiche Doppel von Nöten. Unnötig zu erwähnen, dass es wieder nur für zwei reichte. Damit kassierten wir seit langer Zeit wieder eine Auftaktniederlage. 4 : 5.
 
Am zweiten Spieltag mussten wir auswärts bei SV Burghaig antreten. Zwei Drei-Satz-Erfolge gepaart mit zwei Zwei-Satz-Siegen bescherte uns eine 4 : 2 – Führung nach den Einzeln. Diesmal fehlte nur ein einziges Doppel zu unserem Glück. Allerdings ließ dieser Erfolg lange auf sich Warten. Erst im Tie-Break im dritten Satz konnte sich das 3er-Doppel durchsetzen und holte damit den entscheidenden fünften Punkt. Wieder weniger gewonnene Sätze und Spiele, aber im Ergebnis 5 : 4 für uns.
 
Unser drittes Saisonspiel, zu dem TC Weismain anreiste, fand dann wieder auf heimischer Anlage statt. Mal wieder am Herrentag. Die Verantwortlichen meinten es im Laufe der Jaher wirklich gut mit uns. Wenn wir schon am Herrentag spielten, dann bislang auch immer zu Hause. Insgesamt vier Einzel gingen über drei Sätze, allerdings nur zwei davon mit positivem Ende für uns. Nach sechs Spielen stand es 2 : 4. In den drei abschließenden Doppeln gab es dann für uns überhaupt nichts zu holen, was im Endergebnis ein 2 : 7 bedeutete, die höchste Niederlage seit Langem.
 
Der vierte Spieltag führte uns dann zu SV Baur Burgkunstadt 2, jenem Ort an dem Jahre zuvor das erste Skandalspiel stattfand. Eines vorweg, Baur SV II ist rehabilitiert, auch wenn die Mannschaft von damals in dieser Form nicht mehr existierte. Mal abgesehen davon, dass der Kaffee morgens etwas lange brauchte, gab es wirklich nichts auszusetzen. Für den Wecker war es gleichzeitig eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte. Tennis gespielt haben wir dann aber auch noch, wenn auch mit mäßigem Erfolg. 2 : 4 nach den Einzeln. Der Drei-Satz-Doppelerfolg im dritten Doppel diente dann lediglich zur Ergebniskosmetik. 3 : 6 und die Punkte blieben in Burgkunstadt.
 
Zum fünften Spieltag reiste TC Weiß-Blau Thurnau 3 an. Nicht einmal deren dritte Mannschaft spielt in der niedrigsten Klasse. Wir waren gespannt, was uns da wohl erwarten würde. Bereits nach den Einzeln wussten wir jedoch Bescheid. 1 : 5. Der Einzige, der an diesem Spieltag für unsere Punkte sorgte, war der Wecker, auch wenn sich die Doppel 2 und 3 erst nach drei Sätzen geschlagen geben mussten. Mit 2 : 7 durften wir die Punkte nach Thurnau verabschieden.
 
Der sechste Spieltag fand für uns bei TC Kasendorf statt. Der Gastgeber, fast in Bestbesetzung, sorgte bereits nach den Einzeln für glasklare Verhältnisse. 0 : 6. So schlimm hatte es uns schon lange nicht mehr erwischt. Zumindest konnte das 1er-Doppel noch für unseren Ehrenpunkt sorgen. Am deutlichen Endergebnis konnte das aber auch nicht mehr viel ändern. 1 : 8.
 
Damit war auch die Saison 2006 und gleichzeitig unser Ausflug in die K1 beendet. In der Abschlusstabelle belegten wir mit 2 : 8 Punkten den siebten Platz. Auch wenn noch nicht alle von uns eingesehen haben, dass die K1 vielleicht eine Nummer zu groß für uns ist und „Projekt 2. Bundesliga“ erstmal auf Eis gelegt werden sollte, blicken wir der neuen Saison zuversichtlich entgegen und sind eigentlich sicher, dass uns die K1 auch nicht zum letzten Mal gesehen hat. 
 
 
 
Die achte Saison
 
 
Als ersten Gegner der Saison 2007 empfingen wir am 09.05. TC Küps II auf heimischem Terrain. Gut gelaunt und hoch motiviert fand sich der ESV mit sieben Spielern ein, so dass wir uns den Luxus erlauben konnten unseren angeschlagenen Trainingsweltmeister in den Einzeln zu schonen. Pünktlich um 9 h wurde dann die Saison mit den Einzeln 2, 4 und 6 eröffnet. Nachdem die erste Runde erstaunlich klar an uns ging, wollten sich auch die Positionen 1, 3 und 5 nicht lumpen lassen, so dass es bereits um 11 h 6:0 für uns stand. Die zugelassenen Spiele für die Gegner hätten nicht einmal in der Addition aller Einzel für einen Satzgewinn genügt. Die Rüge des Mannschaftsführers an meine Person für den knappsten Satz bzw. zu viele abgegebene Spiel sowie an Jochen für keinen "zu Null" gewonnenen Satz bzw. im Gesamtvergleich ebenfalls zu viele abgegebene Spiele und den damit verbundenen Ausschluss für das nächste Spiel wurde von uns zur Kenntnis genommen.  Nicht einmal die nunmehr zur Formsache geratenen Doppel konnten im Anschluss noch veraumüllert werden, so dass es am Ende 9:0 für uns hieß. Der Saisonauftakt durfte somit als äußerst geglückt bezeichnet werden.  

Auch das zweite Saisonspiel fand auf heimischer Ankage statt, zu dem sich  TV Mitwitz II am 16.05.2007 als Gastmannschaft einfand. Die Gäste erwiesen sich schon bald als härtere Nuss im Vergleich zur Vorwoche. In zwei von drei hart umkämpften Drei-Satz-Spielen konnten am Ende Wecker und Aumi die Punkte für uns verbuchen. Weitere zwei Punkte wurden durch souveräne Zwei-Satz-Erfolge von Gersti und Kinley beigesteuert, so dass es nach den Einzeln, in denen der Dixen weiterhin liebevoll an seiner eindrucksvollen Bilanz feilt, 4:2 für uns stand. Die anschließenden Doppel, in denen wir auf einen unserer, dankenwerter Weise immer gerne einsatzbereiten, Helfer zurückgreifen mussten, gingen mit mehr oder weniger deutlichen Zwei-Satz-Siegen allesamt an uns. Das nicht mehr ganz so souveräne, aber immer noch deutliche Endergebnis: 7:2.

Am 20.05.2007 fuhren wir zu unserem ersten Auswärtsspiel der Saison. Ziel der Reise war Neuses. Für die neu formierte und durchaus sympathische Truppe der Gastgeber war es überhaupt das allererste Heimspiel. Im sicheren Glauben, dass wir anläßlich dieser Premiere noch ein Gastgeschenk in peto haben, weil schließlich der Dixen mit dabei war,  verbuchten wir die erste Einzelrunde mit 3:0 für uns. Doch was dann geschah sorgte insbesondere bei uns für große Verwunderung. Der Dixen, seines Zeichens Trainingsweltmeister und gegnerischer Punktegarant gewann nach 2 1/2, im Einzel sieglosen, Jahren ein Spiel. Nachdem auch die anderen beiden Einzel gewonnen wurden, führten wir vor den Doppeln mit 6:0. Ungeachtet des damit verbundenen sicheren Sieges war die Motivation jedoch ungebrochen, da wir die Chance witterten unseren ersten 9:0-Auswärtssieg zu verbuchen. In den Doppeln erwiesen sich die Gastgeber dann als zähe Gegner, jedoch konnten wir auch alle drei Doppel, zwei davon in drei Sätzen, erfolgreich beenden. In unserer achten Saison feierten wir somit unseren ersten 9:0-Sieg auf auswärtiger Anlage.

Auch der vierte Spieltag am 24.06.2007, zu dem wir die, zu Saisonbeginn hoch gehandelte, Mannschaft des SV Friesen II empfingen, sollte in die mannschaftsinternen Geschichtsbücher eingehen. Die erste Einzelrunde startete mit den Einzeln 2, 4 und 5, nachdem Don Promillo außer seinem Kopf, der dankenwerter Weise angewachsen ist, nichts dabei hatte, was ihm zum Tennis spielen hätte nützlich sein können. Ungeachtet dessen konnten wir alle drei Einzel gewinnen und schickten die zweite Einzelrunde mit einem 3:0-Vorsprung auf den Platz, obwohl wir den Punkt an Position 6 vor unserem gesitigen Auge bereits abgehakt hatten. Zu unser aller Überraschung konnten wir dann aber auch alle Einzel der zweiten Runde gewinnen, so dass es nach den Einzeln 6:0 hieß. In den abschließenden Doppeln ging es jetzt nur noch darum die Meisterschaft und den damit vebundenen Aufstieg unter Dach und Fach zu bringen. Nur ein 9:0 würde uns bereits einen Spieltag vor Saisonende sicher zum Meister machen. Entsprechend motiviert gingen wir die Doppel an, nachdem W‰ddy zuvor durch Kinley ersetzt wurde. Ohne uns auch nur den Hauch einer Blöße zu geben wurden auch alle drei Doppel glatt in zwei Sätzen gewonnen, so dass am Ende der dritte 9:0-Sieg der Saison sowie der sichere Aufstieg gefeiert werden konnte. Der Rest ist Geschichte.

Ein weiterer geschichtsträchtiger Spieltag in der Chronik unserer Mannschaft. Dank der, einem Bahngleis gleichenden, Flexibilität unserer vermeintlichen Gegner am letzten Spieltag waren wir, aufgrund diverser anderer und m.E. deutlich wichtigerer gesellschaftlicher Verpflichtungen eines Großteils der Mannschaft, gezwungen das Spiel an Steinwiesen abzuschenken, was uns die "weiße Weste" und den SV Neuses Platz 3 kostete. Trotz aller erdenklichen Bemühungen war der Gastgeber über Wochen hinweg nicht bereit einen Ausweichtermin zu finden und so oblag dem Wecker und dem Kinley die undankbare Aufgabe zum Unterschreiben nach Steinwiesen zu fahren, um das Spiel kampflos abzugeben und so den unwürdigen Abschluss einer großartigen Saison zu besiegeln. Steinwiesen - Danke für Nichts!!! 

Zum ersten Mal belegten wir 2007 den ersten Platz in der Abschlußtabelle und verabschieden uns somit nach einjährigem Gastspiel in der K2 als Meister - in der Hoffnung nicht wieder zurück zu kehren.

 
 
 
Die neunte Saison
  

Jugdement Day - Am ersten Spieltag der relativ spät beginnenden Saison erwartete uns gleich ein Kracher. Das Auswärtsspiel, das irgendwie auch fast ein Heimspiel war - in jedem Fall aber ein Lokalderby - beim TC Lichtenfels. Für den Gersti, den Andi und meine Wenigkeit war es auch gleichzeitig die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte, zu der wir weniger mit Wehmut, sondern viel mehr mit offenen Rechnungen anreisten. Im sicheren Glauben, dass dies bestimmt nicht der Tag der Abrechnung sein würde, schließlich trat man bei der ersten Mannschaft des Lichtenfelser "Vorzeigevereins" an, und der Annahme auf die halbe Herren 30 zu treffen, waren wir mehr oder weniger vorbereitet auf das erste Spiel nach dem Wiederaufstieg. An dieser Stelle unbedingt anzumerken - dieses Spiel war auch gleichzeitig der erste Vergleich der beiden ersten Herrenmannschaften im Ligabetrieb überhaupt. Es war also angerichtet an diesem 25. Mai 2008, der nicht nur ein besonderer Tag für uns, sondern den gesamten Lichtenfelser Tennissport werden sollte. Genug der Vorrede, die Wahrheit lag auch an diesem Tag auf dem Platz! Die erste Runde startete gewohntermaßen mit den Einzeln 2, 4 und 6, die allesamt und völlig unerwartet in zwei Sätzen an uns gingen. Mit diesem komfortablen Vorsprung im Rücken startete die Einzelkonkurrenz in Runde 2. Obwohl hier, einer mannschaftsinterenen Tradition folgend, ein Spiel veraumüllert wurde, gingen zwei weitere Spiele und somit, bereits sensationell nach den Einzeln, auch der Gesamtsieg an uns. Die noch ausstehenden Doppel kamen demzufolge mehr einem Schaulaufen gleich, zu dem sich die lokale Prominenz auf der Tribüne  zu großen Teilen bereits vorzeitig verabschiedet hatte. Nichts konnte uns an diesem Tag auch nur annährend noch stoppen und so verbuchten wir auch die drei Doppel ganz deutlich für uns - für den Andi seit Langem der erste Erfolg im Echtbetrieb und somit Pflege einer gebeutelten Tennis-Seele an genau der richtigen Örtlichkeit. Ein grandioser Saisonauftakt! Was auch immer die Tennisgötter noch für uns bereithalten, die Saison 2008 dürfte bereits nach dem ersten Spieltag als voller Erfolg gelten. Tabellenführer U N D die in den roten Sand zementierte Tatsache, dass wir die unumstrittene Nummer 1 unter den Herrenmannschaften in der Stadt Lichtenfels sind.

Der zweite Spieltag war dann gleichbedeutend mit dem tatsächlichen Heimauftakt. Als Gast fand sich nach dem immer noch unglaublichen Erfolg der Vorwoche TC Kronach II ein. Spätestens an diesem Spieltag wurde erwartet, dass wir etwas unsanft auf dem harten Boden der Tennisrealität in der K1 aufschlagen könnten.  Zwar wußten wir, dass zwei Siege besser sein würden als einer, um die Klasse zu halten, rechneten aber nicht ernsthaft mit einem neuerlichen Erfolg. Die erste Einzelrunde belehrte uns aber auch an diesem Tag eines Besseren und wir lagen bereits mit 3:0 in Front, wobei sowohl der Dixen bei seinem großartigen Comeback als auch der Woddy ein Ergebnis zum Durchschauen verteilten. Die zweite Runde gestaltete sich zwar, zumindest im zweieinhalbstündigen 1er-Duell zwischen dem Jochen und einem Ex-Mitglied und -Clubmeister unseres Vereins, etwas zäher, ging aber ebenso deutlich an uns, so dass ein 6:0 und erneut der Sieg nach den Einzeln zu Buche stand. Selbst das Aumi-Doppel konnte anschließend den 9:0 - Kantersieg nicht mehr gefährden. Die Saison entwickelt sich ganz erstaunlich, aber keineswegs beängstigend und wir sind seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen. Die Tabellenführung bleibt weiterhin fest in unserer Hand und das Thema Klassenerhalt dürfte damit vom Tisch sein.

Zum dritten Spieltag beehrte uns die zweite Mannschaft des TSV Melkendorf auf heimischer Anlage. Die Fakten vor dem Spiel waren vielversprechend. Beide Mannschaften, als Aufsteiger bislang ungeschlagen in der K 1, treffen zum Duell um die Tabellenspitze aufeinander.  Niemand konnte ahnen, dass der Tag in einem Debakel enden würde. Frohen Mutes wurde die erste Einzelrunde gestartet. Doch bereits hier war relativ schnell klar, dass an diesem Tag die ganze Angelegenheit etwas anders laufen würde, als in den verangegangenen sechs Begegnungen. Weder der Wecker, noch meine Wenigkeit oder der Woddy hatten irgendetwas zu bestellen an diesem Sonntag. 0:3 nach den ersten Einzeln. Das Sahnehäubchen war dann der erste Bänderriss des Tages beim vorletzten Ballwechsel in einem von meiner Statistenrolle geprägten Spiel. Die Vorzeichen standen also diesmal bedeutend schlechter, als wir es gewohnt waren. Die zweite Einzelrunde begann zumindest hoffnungsvoll. Der Jochen holte den ersten Satz und auch der Aumi lag komfortabel in Führung. Einzig der Gersti stand auf etwas verlorenem Posten. "Der kann jeden Schlag und dann auch noch zweimal besser als ich.", sollte er kurz vor Ende des zweiten Satzes über seinen Gegner sagen. Ein Ergebnis zum Durchschauen - da muss man die Zeit schon wirlich weit zurückdrehen. Aber die anderen beiden Spiele liefen ja besser - sollte man zumindest meinen. Nicht, dass es noch einer Demonstration zum Thema "Veraumüllern" bedurft hätte, hielt es ein Akteur offenbar dennoch für notwendig diesbezüglich bei 5:2 40:0 eine kleine Vorführung zu starten. Blieb noch der Jochen der ja immerhin bereits einen Satz gewonnen hatte. Aber auch er wollte nicht weiter aus der Reihe tanzen und sorgte für eine geschlossene Mannschaftsleistung nach den Einzeln. Durch die zweite Hälfte seines Ergebnisses konnte auch er problemlos durchschauen. 0:6 nach den Einzeln - eigentlich ein durchaus bekanntes Ergebnis - diesmal nur verkehrt herum. Blieben noch drei Doppel um zumindest ein klitzekleines Pünktchen zur Ehrenrettung an Land zu ziehen. Während das 1er-Doppel von Beginn an auf verlorenem Posten stand, wurde in den anderen beiden Doppeln jeweils der erste Satz gewonnen. Irgendwann im Verlauf des zweiten Satzes konnte auch der Tennisgott nicht mehr an sich halten und fing bitterlich an zu weinen. Eine Doppelpaarung ließ sich dadurch zu einer Spielunterbrechung hinreißen, nicht jedoch das 3er-Doppel, bestehend aus dem Woddy und dem Kinley, der als Joker zum Einsatz kam. Bei sprichwörtlich strömendem Regen ging zwar der zweite Satz verloren, der allererste Match-Tie-Break unserer Geschichte wurde dann allerdings in der "Wasserschlacht von Lichtenfels" mit 10:5 gewonnen. Der Ehrenpunkt war gesichert. Das noch unbeendete 2er-Doppel wurde nach der Regenunterbrechung fortgesetzt und ging ebenfalls in den neu geschaffenen Match-Tie-Break, mit dem besseren Ende für die Gäste. So hieß es am Ende 1:8 gegen eine Mannschaft, bei der durchgängig alle Akteure auch wirklich Tennis spielen konnten und ein neuerlicher Aufstieg war ebenso eindrucksvoll wie erfolgreich bereits zur Saisonmitte verhindert. Für den zweiten Bänderriss des Tages sorgte später noch der Gersti in einem kleinen Schaukampf gegen den Jochen und rundete so das Debakel final ab. 

Der vierte Spieltag war für uns gleichbedeutend mit dem letzten Heimspiel der Saison.  Zu Gast war unser Dauerrivale, die zweite Mannschaft des Baur SV Burgkunstadt, mit der wir uns bereits zum vierten Mal messen durften. Obwohl aufgrund der Vorwoche personell leicht angeschlagen, stand eine schlagkräftige Truppe bereit für diesen neuerlichen Vergleich, bei dem es in der Vergangenheit bereits zu diversen Höhen und Tiefen kam. Der Gersti und meine Wenigkeit durften das Spektakel aus der Wichert-Lounge verfolgen. In bewährter Weise starten die Einzel mit 2, 4, 6 und es deutete sich frühzeitig an, dass der Spieltag womöglich kein besonders gutes Ende nehmen könnte. Zwei glatte Niederlagen und ein verlorener erster Satz standen zu Buche, als die zweite Runde begann. An Position 5 gab es zwar eine weitere klare Niederlage, doch der jahrelang sieglose Dixen ließ keinen Zweifel daran, dass er auch sein drittes Spiel in Folge gewinnen will, während der Wecker in seinem Marathon-Match nach 5:7 0:3 anfing, den Spieß umzudrehen und seinem Gegner ab diesem Zeitpunkt noch genau zwei Spiele gönnte, nachdem er selbst zuvor sieben Spiele in Folge abgegeben hatte. So waren bereits 5 Begegnungen beendet, als der Jochen bei 2:3 sein Match startete. In absolut überzeugender Manier sorgte er dafür, dass es nach den Einzeln 3:3 stand und erstmals seit Langem die Partie vor den Doppeln noch völlig offen war. Zwei Doppelsiege mussten also her. Das 1er-Doppel der Gäste war erwartet stark, während der Aumi und der Jochen das 2er-Doppel nach Hause holten. Zu diesem Zeitpunkt war das 3er-Doppel allerdings gegen starke Gegner schon derart unter die Räder gekommen, dass man zum Einen durch das Ergebnis durchschauen konnte und zum Anderen die zweite Heimniederlage der Saison etwas unerwartet besiegelt war. 4:5 hieß es am Ende für die Gäste, bei denen am meisten störte, dass sie viel zu sympathisch waren. Mit der vorgezogenen Saisonabschlussfeier nahm der Tag dann doch noch ein erfreuliches Ende.

Das letzte Spiel der Saison führte uns auf die Tennisanlage des TC Marktrodach, wo die erste Mannschaft auf uns und den ersten Saisonsieg wartete. Obwohl es für uns nur um die goldene Ananas ging sollte ein Erfolg den Saisonabschluss krönen. Der Wecker ließ in seinem Einzel keine Zweifel daran, dass der dritte Saisonsieg eingefahren werden sollte. Ebenso eindeutig untermauerte die Nr. 6 der Gastgeber aber deren Ambitionen die Klasse zu erhalten. Nun lag es am Aumi die erste Runde für uns zu entscheiden, der den umkämpften ersten Satz jedoch abgeben mußte und aufgrund einer Verletzung im Anschluss nichts mehr entgegen zu setzen hatte. 1:2 nach drei Einzeln. Die zweite Runde begann mit einem walk-over an Position 1, nachdem der Gegner verletzungsbedingt nicht spielen konnte. Hätte die Dixen-Erfolgsstory angedauert und wäre der Woddy eher nüchtern geworden, hätte die Einzelrunde ein erfolgreiches Ende nehmen können. Tatsache an diesem Tag war allerdings, dass der Eine das Verlieren doch nicht verlernt hat und der Andere, nachdem er seinen alljährlichen Promille-Joker platziert hatte, erst aufwachte, als es schon zu spät war. So mußten also drei Doppel her, um das Spiel noch zu drehen. Die Geschichte lehrt uns - ein beinahe aussichtsloses Unterfangen! Dennoch legte das 1er-Doppel vor und gewann glatt in zwei Sätzen. Während das dritte Doppel nach verlorenem ersten Satz gerade die Aufholjagd startete, fand sich auch das 2er-Doppel, nach deutlich gewonnenem ersten Satz und noch deutlicher verlorenem zweiten Satz im entscheidenden Match-Tie-Break wieder. Die Entscheidung fiel zu unseren Ungunsten, so dass das noch andauernde Doppel allenfalls zur Ergebniskosmetik dienen konnte. Doch auch hier sollte es nicht sein. Zwei verlorene Match-Tie-Breaks verhinderten einen weiteren Glanzpunkt in unserer Geschichte und so warten wir weiterhin auf drei Doppelsiege, wenn sie am Nötigsten sind. Trotz der 3:6-Niederlage blieben unter´m Strich zwei erfreuliche Erkenntnisse. Zum Einen hat die sympathischere Mannschaft die Klasse erhalten und zum Anderen wird der Lokalrivale in der Abschlusstabelle hinter uns stehen.

Mit der seit vielen Jahren besten Plazierung der ESV-Herren und als Nr. 1 in der Stadt erreicht unsere Geschichte einen neuen Höhepunkt.

 


 Die zehnte Saison

 

Déjà vu zum Saisonauftakt! Der erste Spieltag unserer Jubiläumssaison bescherte uns, wie schon im Vorjahr, das Lokalderby. Inwiefern man für die Gäste bei einer, in Addition,  insgesamt über 1000 km kürzeren Anfahrt von einem Auswärtsspiel sprechen kann ist an anderer Stelle zu diskutieren. Die Vorzeichen standen jedenfalls gut an diesem 10. Mai. Wir hatten zum Einen Heimrecht - was sich im Verlauf des Tages allerdings als Nachteil herausstellen sollte - und zum Anderen im Hinterkopf fest verankert den Kantersieg des Vorjahres. Somit stand einem neuerlich erfolgreichen Saisonstart zumindest theoretisch rein gar nichts im Wege. Das die Praxis dann mitunter doch etwas anders aussieht sollte uns der Spieltag noch lehren. Im Gegensatz zum Vorjahr waren bereits um kurz nach 9 h bereits zwei Dinge anders - die Gäste boten diesmal zumindest einen Vertreter der Herren 30 auf und die Spielfolge wurde nach Absprache gedreht, so dass diesmal die Einzel 1, 3 und 5 den Spieltag eröffneten. Der Beginn war vielversprechend. Der Jochen dominierte in seinem Einzel gegen eben jenen Vertreter der Herren 30, der seinerseits auch ehemaliger Helfer unseres Teams war und noch wie vor brav seinen Beitrag bei uns abdrückt. Schnell war der erste Satz vorbei und der Abtrünnige konnte durch das Ergebnis durchschauen. Zeitgleich holte sich der Dixen souverän Satz 1 und der Aumi schlug sich derweil tapfer. Alles sah gut aus. Der Jochen ließ sich auch im zweiten Satz die Butter nicht vom Brot nehmen und sorgte schnell für unseren ersten Punkt. Auf den Plätzen 2 und 3 wurden derweil allerdings die Spiele veraumüllert. Jedenfalls sah es zunächst so aus. Der Dixen verlor Satz 2 und im Anschluß den zu dieser Sasion auch für die Einzel neu eingeführten und verachtenswerten Match-Tie-Break, während der Aumi nach verlorenem umkämpften ersten Satz in Satz 2 unter die Räder geriet. 1:2 nach der ersten Runde. Ein ähnliches glatter Erfolg wie im Vorjahr war bereits vom Tisch. Demnach lag es danach am Wecker, dem Kinley und mir das Blatt zum guten zu wenden. Der Wecker ließ auch zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran aufkommen, dass er dieser Aufgabe gewachsen war und entschied beide Sätze deutlich für sich. Meine Wenigkeit tat sich derweil deutlich schwerer den Vorjahreserfolg gegen den gleichen Gegner zu wiederholen. Auch wenn die äußeren Umstände, die durchaus noch zu diskutieren sind, keineswegs gut waren, lag es doch zu weiten Teilen an persönlichem Umvermögen, dass beide Sätze denkbar knapp verloren gingen. Der Kinley seinerseits feierte nach knapp verlorenem Satz 1 im zweiten Satz ein großartiges Comeback und begann zu dominieren. Der dritte Satz, wieder in diesem unsäglichen Match-Tie-Break entschieden, ging dann leider und nicht zuletzt dank freundlicher Mittelhilfe des Platzes, der sich in erbarmungswürdigem Zustand befand, an die Gäste. Somit lagen wir bereits nach den Einzeln mit 2:4 zurück. Drei Doppel mußten also her. Das Ausmaß dieses beinahe hofflungslosen Unterfangens zeigt ein Blick in die Doppelstatistik sowie die mannschaftsinternen Ziele. Mit dem Einsatz unserer beiden Joker sowie einem 1er-Doppel, das in dieser Form noch nie auf dem Platz stand versuchten wir das Unmögliche. Der Matz feierte sein Comeback an der Seite vom Kinley in Doppel 3, der Andi trat neben dem Aumi in Doppel 2 an und der Jochen stellte sich mit mir der Herausforderung des 1er-Doppels. Nach gefühlten 5 Minuten Spielzeit deutete sich im Doppel 1 ein Debakel an, da wir deutlich schneller als uns lieb war mit 0:4 zurücklagen. Danach allerdings gönnten wir unseren Gegnern noch genau zwei Spiele und hielten uns zunächst zumindest im Rennen. Zeitgleich allerdings stand Doppel 2 weitestgehend auf verlorenem Posten und die Entscheidung war schnell zu unseren Ungunsten gefallen. Doppel 3 schlug sich wacker, konnte aber eine Niederlage ebenfalls nicht verhindern. Der TC nahm Revanche und verbuchte einen 6:3-Auswärtssieg.

Nicht unerwänht bleiben soll am Ende der Zustand unserer Plätze 2 und 3. Der verdiente Erfolg der Gäste soll an dieser Stelle in keiner Weise angezweifelt werden, die Frage muss jedoch erlaubt sein, inwiefern man hier überhaupt von Tennisplätzen sprechen kann, wenn ein Vergleich für jeden Acker eine Beleidigung wäre und das Ausbessern der Löcher länger dauert als jeder einzelne Ballwechsel. Selbst im Bergbau werden weniger Erdmassen bewegt als durch uns in den sechs Spielen auf diesen beiden Plätzen. Es steht außer Frage, dass die Gäste mit den gleichen Bedingungen zu kämpfen hatten. Die Tatsache, dass sämtliche Spiele auf dem einzig wirklich bespielbaren Platz gewonnen wurden,  spricht allerdings ebenfalls für sich. Veraumüllert trifft im Hinblick auf die einzelnen Resultate also nur bedingt zu. Im Ergebnis ziehen wir trotz der bitteren Pille der Auftaktniederlage folgende positive Bilanz: Wir sind froh, dass sich in den Sandgruben niemand verletzt hat und in der Addition beider Vergleiche mit dem Lokalrivalen bleiben wir vorne.

Am zweiten Spieltag, der gleichzeitig bereits den Heimabschluss bedeutete, fand sich der TC Marktrodach, in der Vorsaison noch durch den Sieg gegen uns am letzten Spieltag gerettet, auf unserer Anlage als Gäste-Team ein. Nach der Pleite von Spieltag 1 avancierte das zweite Spiel bereits zu einer Art Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt. Es galt an diesem Spieltag zwei entscheidende Fragen zu beantworten: Können die Gäste ihren Vorjahreserfolg wiederholen, was uns dann in eine durchaus bedrohliche Situation bringen würde und gleichen die Plätze 2 und 3 immer noch den "Gräben von Verdun" (A.L.)? Pünktlich um 9 h Ortszeit, meine Wenigkeit hatte zu dem Zeitpunkt schon einen halben Tag und ein paar Kilometer hinter sich, begann der Spieltag bei allerbestem Sommerwetter in bewährter und altbekannter Manier mit 2, 4 und 6. Alle drei Einzel begannen vielversprechend mit einer 1:0-Satzführung. Der Aumi ließ auch in Satz 2 nichts anbrennen und holte souverän den ersten Punkt für uns. Der Gersti hatte derweil eine etwas härtere Nuss zu knacken, setze sich aber ebenfalls klar in zwei Sätzen durch. Allein unser Drei-Satz-Spezialist Wecker ging über die volle Distanz, die nach neuesten Regeln trotzdem irgendwie nur eine "normale" Distanz mit Lotterie-Charakter ist. Der Match-Tie-Break, soviel ist bereits nach zwei Spielen klar, wird wohl niemals unser Freund werden. Neben Satz 2 ging auch der "dritte Satz" an die Gäste. 2:1 nach den ersten Einzeln. Die zweite Einzelrunde startete bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen annährend zeitgleich. Der Jochen machte in seinem Einzel ganz kurzen Prozess und sorgte schnell für das 3:1. Der Dixen stand in seinem Einzel mehr oder weniger auf verlorenem Posten und mußte sich in zwei Sätzen geschlagen geben. Nun lag es noch an mir, wie unsere Ausgangsposition vor den Doppeln sein würde. Nach relativ deutlichem ersten Satz, drohte der zweite Satz zunächst in die falsche Richtung zu laufen, was den Lotto-Wettbewerb zur Folge gehabt hätte, den es unbedingt zu verhindern galt. Am Ende etwas knapper, aber trotzdem halbwegs souverän ging dann auch Satz 2 und damit der vierte Punkt an uns. Es fehlte also noch ein Doppel um den ersten Saisonsieg einzufahren. Mit einer ausgeklügelten Aufstellung machten wir uns daran, den Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Das 1er-Doppel traf auf eine erwartet starke Paarung und mußte sich klar in zwei Sätzen geschlagen geben. Doppel 3, eigentlich als Punktelieferant eingeplant, geriet derweil hoffnungslos gegen ein unerwartet starkes Doppel unter die Räder. Blieb dem Jochen und mir im 2er-Doppel, eigentlich als "Vielleicht-Punkt" geplant, die ehrenvolle Aufgabe, den Sieg nach Hause zu schaukeln, was uns auch souverän in zwei Sätzen gelingen sollte. Der entscheidende fünfte Punkt war unser und wir brachten uns mit dem 5:4 - Heimerfolg wieder zurück ins Rennen um einen Platz im gesicherten Mittelfeld. 

An dieser Stelle noch festzuhalten sind die Tatsache, dass sich die Plätze 2 und 3 erfreulicherweise nicht mehr annährend in ähnlich desaströsem Zustand befanden, wie hier beschrieben, auch wenn der "Roland Garros" unerreichbar scheint, sowie die Mannschaft des TC Marktrodach, die sich auf eine Top-Plazierung in unserem Sympathie-Ranking katapultiert hat. Schätze wir kommen wirklich vorbei!

Der dritte Spieltag ist an dieser Stelle denkbar einfach zusammen zu fassen. Es ist nicht nur äußerst schwierig gutes Personal zu finden, sondern in unserem speziellen Fall überhaupt Personal. Urlaub, eigene Hochzeit, Arbeit und chronische Lustlosigkeit unserer ehemals so hochgelobten Helfer seien an dieser Stelle stellvertretend für die vielschichtigen Gründe genannt, die zu der Absage des Auswärtspiels beim TV Wallenfels führten. Wenn diesem walk-over überhaupt etwas Positives abzugewinnen ist, dann die Erkenntnis das die Höhe des Ergebnisses wohl ähnlich deutlich ausgefallen wäre, wenn wir angetreten wären. Selbst an Position 6 ist der Überflieger dieser Klasse noch besser besetzt als wir an Position 1. Also besser Kräfte schonen für die bevorstehenden "Endspiele". Dennoch - liebe Herren 40 und vermeintliche Helfer - Danke für Nichts!!!

Der vorletzte Spieltag führte uns, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Ferne. Das Auswärtsspiel beim TC Steinbach am Wald stand an. Nach der Absage der Vorwoche auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht, war dieses Spiel für uns bereits ein kleines Endspiel bzw. hätte eins werden sollen/können, wenn es denn dazu gekommen wäre. Doch der Reihe nach. Frohen Mutes und nach der langen Pause bestens erholt traten wir, leicht ersatzgeschwächt, die lange Reise in den Frankenwald an. Zu Beginn des Spieltags sah auch alles, mal abgesehen von der, den Höhenmetern geschuldeten Kälte, noch relativ gut aus, so dass der Dixen, meine Wenigkeit und der Andi im La Paz der Kreisklasse 1 die Einzelrunde eröffneten. Der Andi ließ seinem Gegner in seinem ersten Einzel nach fast drei Jahren nicht den Hauch einer Chance ... nicht den Hauch einer Chance selbst den Fehler zu machen, da er ihm in nahezu jedem Ballwechsel eindrucksvoll zuvor kam. Am Ende dieses etwas anderen Einzel-Comeback stand ein Ergebnis, dass in seiner Höhe ebenso eindeutig war, wie der gesamte Spielverlauf. 0:6 0:6. Der Dixen tat sich zunächst ebenfalls schwer, kam aber mit zunehmender Spieldauer immer besser in Tritt, bis er, nach verlorenem ersten Satz, vom Regen gestoppt wurde. Auch mein Einzel fand in zwei Akten statt. Nach relativ deutlichem ersten Satz mußten wir zu Beginn des zweiten Satzes eine Regenpause einlegen, die mein Gegner u.a. für ein Bierchen nutzte, um nach der Unterbrechung etwa eine Klasse besser zu spielen und sich den zweiten Satz zu holen. Gampert Pils sollte m.E. unbedingt auf die Doping-Liste. Mein allererster Einzel-Match-Tie-Break nahm dann aber ein gutes Ende und im erneut einsetzenden Regen stand es 1:1. Zu diesem Zeitpunkt war auch nur noch einer von drei Plätzen bespielbar. Angesichts des Sommeranfangs aber noch kein Grund zur Unruhe. Schließlich schrieben wir den längsten Tag des Jahres und hatten für den Fall der Fälle auch noch Flutlicht zur Verfügung. Nachdem der Regen erneut aufgehört hatte machte sich auch der Gersti ans Werk, während auf den anderen beiden Plätzen eifrig Wasser beseitigt wurde. Wenig später sollte sich noch herausstellen, dass es sich dabei um eine wahre Sisyphus-Arbeit handelt. Fast fertig, fing es immer wieder von neuem an zu regnen. Gegen 14 h mußten wir dann nach einem Wolkenbruch und unter Hagel bedeckten Plätzen doch einsehen, dass es an diesem Tag wohl keinen Sinn mehr haben würde. Von den Plätzen war unter dem Wasser und den Eiskörnen nichts mehr zu sehen. Zwei beendete Spiele, zwei laufende Spiele, eins mit Satzführung und eins mit Satzrückstand, sowie zwei noch ausstehende Einzel sind die Bilanz dieses Sommeranfangs in Steinbach am Wald. Die Fortsetzung bei Dixen und Gersti sowie der Auftritt vom Wecker und vom Kinley wurden auf Freitag, 03.07.2009 vertagt. Der erste Spielabbruch unserer Historie war perfekt.

Eine weitere Woche später stand dann das eigentlich letzte Saisonspiel auf dem Programm. Wir mußten bei dem anderen Mitbewerber um den Abstiegsplatz antreten, dem TV Mitwitz II, bislang noch ohne Punktgewinn. Obwohl uns die Regengötter noch die Möglichkeit beschert hatten bei der Fortsetzung von Spieltag 4 die notwendigen Punkte zu sammeln war Allen klar, dass in Mitwitz ein Sieg her mußte um dem drohenden Abstieg zu entgehen. Entsprechend motiviert reisten wir also nach Mitwitz, wo wir feststellen durften, dass unser Schicksalsspiel auf unbekanntem Untergrund stattfinden sollte. Hartplatz mit Granulatauflage. Weil die Plätze aber trotzdem nicht kleiner und das Netz auch nicht höher war traten wir die Mission Klassenerhalt mit dem Wecker, meiner Person und dem Kinley in den ersten drei Einzeln an. Letztgenannter hatte das Vergnügen mit einem seiner Schüler. Nachdem eine Verhandlung über das Bestehen des Abiturs vor dem Match nicht wirklich zur Diskussion stand, fand auch dieses Duell auf dem Platz statt. Während der Wecker und der Kinley den ersten Satz für sich verbuchen konnten durfte der Verfasser schnell einsehen, dass ihm an diesem Tag alles andere als ein Spaziergang bevorstand. Nach verlorenem ersten Satz hatte ich zu Beginn von Satz 2 das zweifelhafte Vergnügen herauszufinden, was passiert, wenn beim Rutschen das Granulat zur Neige geht. Die zweite Bänderverletzung in weniger als einem Jahr. Zum Statist degradiert blieb nicht mehr als sich dem Schicksal zu fügen. 1:0 für die Gastgeber. Die Hoffnung ruhte auf den beiden noch laufenden Einzeln, bei denen zunächst alles in die richtige Richtung zu laufen schien. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Beide Protagonisten gaben Satz 2 mit 2:6 ab und fanden sich in dem von uns so sehr geschätzen Match-Tie-Break wieder. Das Debakel nahm seinen Lauf. Statt einem erhofften 2:1 lagen wir nach drei Einzeln schon 0:3 zurück. Der Wecker schickte bei der Gelegenheit im Verlauf der ersten Runde auch noch sein geschätztes Goran-Ivanisevic-Racket in die ewigen Jagdgründe. Unser Schicksal lagen nun in den Händen von Jochen, Dixen und Aumi. Der Jochen ließ auch diesmal keinen Zweifel an seinem Status als Punktegarant entstehen und holte unseren ersten Punkt. Es sollte allerdings der Einzige bleiben. Sowohl der Aumi, der einen katastrophalen Tag erwischte, als auch der Dixen, der einen großen Kampf lieferte, mußten sich in zwei Sätzen geschlagen geben. Daher mußten wir bereits nach den Einzeln sämtliche Hoffnungen begraben. Ein 1:5 ist bei nur drei ausstehenden Spielen nicht aufholbar. In den abschließenden Doppeln konnte allenfalls noch Ergebniskosmetik betrieben werden. Jochen/Wecker, Dixen/Kinley und Holler/Aumi lauteten die zu diesem Zwecke ausgedachten Doppel. Während Doppel Nr. 2 hoffnungslas unter die Räder geriet und die anderen beiden Doppel ebenfalls den ersten Satz abgeben mußten, deutete sich eine wahrhaftige Klatsche an. Im Dreier-Doppel war der Aumi, mit mir als besserem Statisten an seiner Seite, redlich bemüht seinen Auftritt aus dem Einzel wett zu machen und lief in der Tat für zwei. Neben dem zweiten Satz ging im Anschluss auch noch das gesamte Match an uns.  Das Einser-Doppel holte sich derweil Satz 2 denkbar knapp, unterlag weniger später jedoch in unserem äußerst zweifelhaften Lieblingsspiel, dem Match-Tie-Break. Unter dem Strich blieb an diesem Tag ein weiteres Mal die bittere Erkenntnis, dass es keine leichten Gegner gibt. Anstelle des erhofften Klassenerhaltes holten wir uns eine saftige 2:7-Packung ab. Nach 4 1/3-Spieltagen hing der Klassenerhalt am seidenen Faden.

Ursprünglich als Kür mit Saisonabschlussfeier geplant kam es am 03.07.2009 zu einem weiteren, unter vielerlei Gesichtspunkten, geschichtsträchtigen Spieltag. Fortsetzung eines laufenden Spieltages, Ligaspiel am Freitag, Spielbeginn in den späten Nachmittagsstunden. Ganz zu schweigen von dem, was im Falle einer Niederlage und dem dann besiegelten Abstieg geschehen würde. Obwohl nach den Ereignissen der Vorwoche zum Zuschauen verdammt, ließ es sich meine Wenigkeit nicht nehmen diesem Ereignis in Steinbach als Zuschauer beizuwohnen. Beim Stande von 1:1 ging es zu den am 21.06. vereinbarten Startzeiten weiter. Die bereits begonnenen Spiele nahmen den Verlauf, der sich bereits angedeutet hatte. Der Dixen unterlag in seinem Einzel ebenso deutlich wie der Gersti gewann. In den beiden verbliebenen Spielen ließen weder der Wecker noch der Kinley einen Zweifel daran aufkommen, dass wir die Klasse halten wollen. An dieser Stelle unbedingt erwähnenswert ist die Tatsache, dass wir im Falle eines Sieges nicht etwa den Konkurrenten aus Mitwitz in die niedrigere Liga spielen würden, sondern viel mehr unseren Lokalrivalen TC Lichtenfels. Nach den Einzeln war also alles angerichtet. Eine 4:2-Führung und das damit verbundene Wissen, dass uns nur ein einziges Doppel genügen würde. Entsprechend lange wurde über der Aufstellung gegrübelt. Der Dicki, der an diesem Tage die Herren 40 rehabilitierte, und der Aumi ersetzten den Andi und meine Person. Nach langer Überlegung sollte es Doppel Nr. 2, Gersti und Dicki, sein, dem die Last des entscheidenden Punktgewinnes aufgebürdet wurde. Die beiden anderen Paarungen waren Wecker und Dixen sowie Aumi und Kinley. Es kam wie erwartet. Die Entscheidung sollte im zweiten Doppel fallen. In Doppel 1 wurde Andi in Abwesenheit rehabilitiert. Das Ergebnis im Einzel war nicht deshalb so deutlich weil er so schlecht war, sondern vielmehr weil sein Gegner genauso viel besser wie er auch jünger war. Dementsprechend ging das erste Doppel gegen eine sehr starke Paarung unerwartet deutlich an die Gastgeber. Nur noch 4:3. Doppel 3 war zwar insgesamt knapper, ging allerdings ebenfalls in zwei Sätzen verloren. 4:4 - Hochspannung im Frankenwald. Zwischenzeitlich war auch im Zweier-Doppel der erste Satz an den Gegner gegangen. Die Vorzeichen standen denkbar schlecht. In einem spannenden Spiel holten sich Gersti und Dicki den zweiten Satz und unser Schicksal hing nun an einem einzigen noch zu spielenden Match-Tie-Break, dessen Verhältnis zu unserer Mannschaft durchaus als angeknackst bezeichnet werden darf. Doch es sollte so sein. Der Match-Tie-Break mußte die Entscheidung über Abstieg und Klassenerhalt der Saison 2009 bringen. Das die Spannung auf dem Siedepunkt war bedarf an dieser Stelle vermutlich kaum einer näheren Erläuterung. In den an Dramatik kaum noch zu überbietenden letzten Ballwechseln der Saison kam es wie es kommen mußte. Steinbach gewann den Match-Tie-Break und damit auch das ganze Spiel. Am Ende hieß es 4:5 und unser Abstieg war besiegelt.

Mit leichter, wetterbedingter, Verspätung endete damit am 03.07.2009 unsere Jubiläumssaison, die gleichzeitig eine Saison der verpaßten Möglichkeiten war, und wir nehmen erneut Abschied aus der K1.

 

 

 Das Ende

 

So endet die Geschichte unserer Herrenmannschaft nach 10 Jahren dort wo sie einst begann - in der K2.

Theoretisch jedenfalls.

Nach Prüfung verschiedenster Alternativen, von Karriereende über Minigolf bis hin zu Hallen-Halma, haben wir uns entschlossen die einzigartige Geschichte einer zweifellos großartigen Herrenmannschaft zu beenden.

Wir entziehen uns dem sicheren Abstieg indem wir ein völlig neues Kapitel aufschlagen.

Vorbei ist die Zeit, in der wir uns mit hoffnungsvollen Nachwuchstalenten herumplagen, in der wir uns am heiligen Sonntag den Wecker stellen und zu unchristlichen Uhrzeiten auf den Tennisplätzen dieser Welt unser Unwesen treiben.

Wer an dieser Stelle allerdings glaubt der Tennissport hätte uns für alle Zeit verloren, dem sei gesagt er ist ein Narr.

Mit dem Ende der Geschichte einer Herrenmannschaft beginnt die Geschichte einer Herren 30 Mannschaft.

 

... Herrenmannschaften Oberfrankens ...

Darum sagen wir:
"Auf Wiedersehn.
Die Zeit mit euch war wunderschön.
Es ist wohl besser jetzt zu gehn,
wir können keine Tränen sehn.
Schönen Gruß und auf Wiedersehn."

  

Vamos !!!

 

 

  

Die Mannschaft               Die Bilanz

 

2000         2001         2002         2003         2004         2005         2006         2007         2008         2009

 
Erfolge                  Kuriositäten                  Skandale                  Ziele                  DANKE

    

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